myKNIGHT.blog Wir Schrauber aus der mysteriösen Halle…

1Feb/104

Der Traum vom Trans Am

Auf einem Feld in Erftstadt entstanden eine Reihe schöner Aufnahmen kurz vor Sonnenuntergang.

Ab und passieren Dinge im Leben, die sich nicht mit dem Begriff "Zufall" erklären lassen - hierzu gehört auch die Geschichte, die mich zu meinem Trans Am führte.

Es geschah an einem Abend im Juli 2008. Es war spät, ich wollte gerade den iMac ausschalten und ins Bett gehen, da rutsche mein Mauszeiger erneut über den Bandit-Online-Link, den ich an diesem Abend schon oft angeklickt hatte. Der Link führte mich ins Forum und eine Anzeige weckte mein Interesse: "Was ist ein 82er Trans Am wohl noch wert"

Ich zuckte zusammen bei diesem Satz, wie bei allen Dingen, die mit einem Fahrzeug der Baujahre 82-84 zu tun haben. Ich klickte auf den Beitrag und las eine Verkaufsanzeige aus der Schweiz. Der Verkäufer, innerhalb von BO als Kokuyo bekannt, trennte sich von seinem roten Trans Am. Ich war seit Jahren an diesem Auto interessiert, bzw. hatte die Beiträge von Kokuyo bei BO und in anderen Foren stehts aufmerksam verfolgt. Innerhalb von zwei Minuten war meine Private Nachricht an Kokuyo fertig und ein Dialog entwickelte sich.

Trans Am auf dem Feldweg

Kurz nach der Abholung wurden die Kennzeichen genutzt und einige Touren gefahren - und Fotos geschossen.

An den folgenden Tagen schickten wir uns dutzende PN's hin und her. Er erzählte mir alles und schickte mir Unmengen an Detailfotos - ich habe noch nie (!) einen Verkäufer gesehen, der sich so viel Mühe gegeben hat, wie er - und ich habe schon ein paar Autos in meinem jungen Leben gekauft... :) Schlußendlich war die Sache nach max. zwei Tagen klar und der Kauf beschlossene Sache.

Zwei Wochen wurde ich auf die Folter gespannt, bis ich endlich, am 16. August 2008, in einem Flieger Richtung Zürich saß. Ich hatte vorab Verschleißteile besorgt und Kerzen, Finger, Kappe, Kabel, Luftfilter, etc. über die Gepäckausgabe aufgegeben. In der Garage von Kokuyo angekommen, machte ich mich daran, zumindest Kappe, Finger und Kabel zu tauschen.

Fahrer und Trans Am

Ich und mein Trans Am - ein etwas anderes Bild von einem stolzen Besitzer mit seinem Biest.

Nachdem dies erledigt war, konnte der erste Start erfolgen. Ernüchterung: Die Batterie war tot, leider hatte er vergessen, diese zu laden. Mit Starthilfe ging es dann doch, nach wiederrum quälend langen Sekunden lebte der Vergasermotor mit fünf Liter Brennraumvolumen endlich auf... :) Die Batterie jedoch war wirklich hin, für die komplette Fahrt nach Hause durfte ich den Wagen nicht mehr ausschalten - ein Neustart war unmöglich.

Dann ging alles ganz schnell: Den mehr als fairen Kaufpreis an Kokuyo rübergereicht, zur Tankstelle gefahren, getankt und quer durch die Stadt zur Grenze - hier wurde dann noch Einfuhrzoll und Mehrwertsteuer bezahlt, damit der Trans Am nun offiziell in Deutschland willkommen. Björn, der mit mir das Knight-Rider-Board betreibt, kam mich an der Grenze besuchen und leistete erneut Starthilfe - wir erinnern uns, die Batterie war hinüber... :)

PMDs im Trans Am

Die beigen, flauschig weichen PMD-Sitze laden einen dazu ein, Platz zu nehmen und es krachen zu lassen.

Lange Rede, kurzer Sinn - ab diesem Motorstart lief der Wagen einwandfrei und spulte die über 500 km nach Hause problemlos ab - es war ein Genuß, den Trans Am zu bewegen, auch wenn ich zwei oder drei mal zwecks Tanken anhalten musste... :)

Um die genauen Eckdaten des Trans Am einmal näher zu beleuchten, hilft vielleicht die folgende Auflistung:

  • 1982er Pontiac Firebird Trans Am
  • 5.0 l LG4 Vergasermotor
  • Rote Koni-Stoßdämpfer ringsum
  • Drei-Gang-Automatikgetriebe ohne Overdrive
  • Nachgerüstete Cowl-Induction-Haube ("Formula-Haube") in rostfreiem Zustand
  • Beige Innenausstattung, mit PMD-Sitzen in fairem Zustand
  • D80-Spoiler auf originaler Heckklappe ohne Heckscheibenheizung
  • 14" Turbo Cast Rims im Kaufpreis enthalten (mittlerweile verkauft)
  • Guter Allgemeinzustand, Lackierung jedoch verwittert

Wo Licht ist, ist auch ein wenig Schatten:

  • Einer der Kotflügel (Beifahrerseite) wurde gegen einen Firebird-Kotflügel ausgetauscht, das Loch für den Air-Extractor nur grob hineingeschnitten.
  • Die Innenausstattung ist komplett zerlegt (aber wenigstens weitensgehend komplett).
  • Die Rückleuchteneinheiten waren bei Kauf defekt, sind aber mitterweile gegen intakte Bauteile ausgetauscht.
  • Der Dachhimmel ist zerstört und hängt, die T-Tops leider unverhältnismäßig stark zerkratzt (wahrscheinlich durch Lagerung außerhalb des Fahrzeugs).
  • Um die Schweizer Beleuchtungsvorschriften einzuhalten, wurden Parklampen in die originalen Blenden geschnitten - diese sind mittlerweile gegen Alternativteile ausgetauscht.
Arbeitsplatz im Trans Am

Das 82-84er Armaturenbrett überzeugt durch noch weniger Rundungen als die späteren Modelle.

Der eigentliche Plan ist, den Wagen zu seinem 30. Geburtstag als Oldtimer in Originalzustand anzumelden. Ich denke jedoch, dass die kleineren Arbeiten, die zur Inbetriebnahme notwendig sind, schon vorher stattfinden werden.

Ich glaube und hoffe, dass ich noch dieses Jahr ein paar Tage mit dem roten Biest fahren kann. Wir werden sehen, was passiert... :)

Trans Am bei Sonnenuntergang

Auf einem Feld in Erftstadt entstanden eine Reihe schöner Aufnahmen kurz vor Sonnenuntergang.

Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, das Biest aus der Halle zu holen, die T-Tops in den Kofferraum zu schnallen und Gas zu geben...

Schaut mal wieder rein -

Bandit

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Über Bandit

26 Jahre alt, männlich, aus Erftstadt bei Köln. Besitzer eines 82er Trans Am, eines 91er Explorers, eines 92er Firebirds (K.I.T.T.-Exterior-Replica), eines 93er Chevrolet G20 und eines 05er Mondeos (Daily Driver)...
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